Das Kniegelenk 

Das Kniegelenk ist das größte Gelenk des menschlichen Körpers und ein sehr komplexes Gelenk, das anfällig ist für Verletzungen. 

Häufigste Ursachen für Schädigungen des Kniegelenks sind akute Verletzungen durch Unfälle oder degenerative Schädigungen (Arthrose, Fehlbelastungen durch Beinfehlstellungen). 

Der Innenmeniskusschaden ist die häufigste Schädigung des Kniegelenks.

Das Knie ist ein so genannte Drehscharniergelenk ist aus drei Knochen aufgebaut, dem Oberschenkelknochen (Femur) und Schienbein (Tibia) und der Kniescheibe (Patella). Das Kniegelenk besteht aus dem Bandapparat, den Menisci, dem Hoffa-Fettkörper und den Muskeln.

Alle Gelenkanteile sind von einer hyaline Knorpelschicht überzogen, die das Gelenk vor Reibung schützen soll und eine stoßdämpferähnliche Funktion hat, und werden von einer Gelenkkapsel umschlossen. Die Ernährung des Knorpels erfolgt über die Gelenkflüssigkeit (Synovia), die durch die Gelenkschleimhaut produziert wird. 

Es gibt einen Innen- und einen Außenmeniskus (ein halbmondförmiges Gebilde), der im Gelenkspalt zwischen Oberschenkel und Schienbein liegt. 

Die Kreuzbänder (vordere und hintere) stabilisieren das Kniegelenk, besonders in Beugebewegung. Die Bänder sind für die seitliche Stabilisierung verantwortlich.

Die Muskeln stabilisieren das Kniegelenk in der Bewegung.

 

Meniskus

Die beiden Menisken, haben die Form eines zur Gelenkinnenseite offenen “C” und sind aus Faserknorpel mit einem bindegewebigen Kern. 

Nur in der Randzone zur Gelenkwand hin haben ernährende Blutgefäße und die andere Teile sind geringer bis gar nicht durchblutet, somit haben sie deutlich schlechtere Heilungschancen.

Die Hauptfunktion des Meniskus liegt als Puffer in einer Gewichtsverteilung von Kleinflächen auf größere Belastungszonen und somit in einer Stoß- und Druckverteilung.

Andere Funktionen sind:

  • Dämpfung von Stößen,
  • Erleichterung und Bremsung von Rotationsbewegungen
  • stabilisierenden Funktion
  • Schutz des Gelenkknorpels und der Gelenkflächen
  • Streßverteilung von 30 bis 70% der Gesamtlast bei Krat¡ftübertragung

 

Nachbehandlung und Rehabilitation nach Meniskusoperation

Nach einer partiellen oder subtotalen Meniskusresektion empfiehlt sich eine Teilbelastung von ca. 15-20 kg für 4-7 Tage. Bis zur Vollbelastung sollte eine Thromboseprophylaxe und das Tragen von Kompressionsstümpfen erfolgen.

Zur schnelleren Rehabilitation und Erreichen freier Beweglichkeit, schmerzfreier Mobilität und Funktion sollte unterstützend eine krankengymnastische Therapie durchgeführt werden.

Andere Maßnahmen sind:

  • Kühlung (4-5x/Tag für 10-15 Minuten)
  • Medikamenten (Antiphlogistika, z.B. Ibuprofen, Voltaren und Enzympräparate)
  • Lymphdrainagen 

Nach einer Meniskus(teil)entfernung ein Trainingsaufbau ist sehr wichtig und der Rückkehr in sportliche Aktivitäten in der 3.-6. Woche postoperativ angestrebt.

 

Meniskusschaden

Es ist häufig ein Meniskusriss zu haben druch:

  • eine Sportverletzung
  • eine Unfallverletzung
  • Alterungsprozess
  • vorgeschädigten oder degenerativ veränderten Meniskusgewebes
    • starke Belastung bei Rotationskräften

Ein symptomatischer oder ein eingerissener Meniskus führt zu einer unebenen Gleitfläche zwischen Ober- und Unterschenkel, wie Sand im Getriebe. Durch Beschädigungen des Gelenkknorpels können arthrotische Veränderungen die Folge sein. Deshalb die sofortige Diagnose und Behandlung dieser Art von Verletzungen sehr wichtig sind. 

Ein frischer Riss hat, abhängig von der Rissform und Risslokalisation, eine gute bis sehr gute Heilungschance.

Ein symptomatischer und diagnostisch gesicherter Meniskusschaden sollte einer arthroskopischen Operation behandelt werden.

Das Ziel der Behandlung:

  • die Wiederherstellung des Meniskus
  • das Erreichen von Schmerzfreiheit
  • Belastungsfähigkeit gewinnen
  • die Wiederherstellung der Beweglichkeit
  • die Wiederherstellung der Kniefunktionalität
  • die Verhinderung von fortschreitenden, degenerativenund arthrotischen Veränderungen

 

Diagnostik

  • Analyse des Unfallherganges
  • Vorgeschichte
  • klinische Untersuchung im Bereich des Meniskus
  • Inspektion und Palpation
  • spezifische Funktionstests
  • Schmerztests
  • die Röntgendiagnostik
  • die Kernspintomographie
  • Arthroskopie

Symptome:

  • Schmerz an der Innen- oder Außenseite des Kniegelenkes, verstärkt durch Belastungen und Drehbewegungen, ist das führende Symptom eines Meniskusschadens.
  • Blockierungsphänomene im Gelenk
  • Unfähigkeit des Knies zu beugen oder zu stricken
  • Schwellung mit Flüssigkeitsansammlung
  • Ergussbildung
  • Überwärmung des Kniegelenkes
  • ein lokalisierter Druckschmerz und Kapselschwellung verbunden mit Blockierungsphänomenen über dem Gelenkspalt
  • bei einem Unfall, oft haben sie einen plötzlich einschießenden, stechenden Schmerz verbunden mit einer akuten Funktions- und Belastungseinschränkung
  • bei chronische Verletzungen, spüren sie ein zunehmend störendes Gefühl und Schmerzhaftigkeit der Innen- oder Außenseite des Kniegelenkes und häufig eine akute Schmerzverstärkung, ausgelöst durch Bagatellereignisse oder einfache Kniebeugung, verbunden mit einer Rotation, die auf einen akuten Weiterriss des vorgeschädigten Meniskusgewebes mit jetzt zusätzlicher Einklemmungs- bzw. Blockierungssymptomatik schließen lässt.

Vorderer Kreuzbandriss oder Ruptur

Die Hauptsymptome einer vorderen Kreuzbandverletzung (durch einen Unfall=Trauma) können sehr unterschiedlich sein:

  • ein Knacken
  • ein Instabilitätsgefühl im Knie
  • eine Schwellung des Gelenkes
  • Bluterguss im Gelenk
  • eine Bewegungseinschränkung
  • Schmerzen

Wichtig für die Feststellung einer Kreuzbandruptur ist die Überprüfung der Stabilität, mit verschiedenen Funktionstests.

Beim vorderen Schubladentest wird der Unterschenkel bei 90° gebeugtem Knie nach vorn verschoben, und wenn der Unterschenkel gegen den Oberschenkel in der jeweiligen Richtung um mehr als 0,5 cm verschieblich ist, es ist dann positive, eine Schädigung des vorderen Kreuzbandes. Hinweisend für einen Riss ist der Schubladentest, wenn nicht nur der Unterschenkel gegenüber dem Oberschenkel mehr als 0,5 cm verschiebbar ist, sondern wenn das vordere Kreuzband nicht mehr anspannt und keinen Widerstand mehr da ist.

Die Diagnostik mit Kernspintomographie (MRT-MagnetResonanzTomographie) ist das aussagekräftigste Verfahren, um die Verdachtsdiagnose einer vorderen Kreuzbandruptur zu bestätigen und ihr Ausmaß zu beurteilen. Eine sichere Zeichen für eine vordere Kreuzbandruptur im MRT sind die vollständige Kontinuitätsunterbrechung des vorderen Kreuzbandes oder ein fehlendes, nicht darstellbares Kreuzband.

Frische Verletzungen bei Sportlern führen häufig zu akuten Kreuzbandrupturen, besonderes kommt es durch eine Kombination aus Verdrehen (Rotation) und einer heftigen Beugebewegung (Hyperflexionstrauma).

 

Arthrose im Kniegelenk (Gonarthrose)

Was ist eine Knie Arthrose?

Unter Kniearthrose versteht man alle Verschleisserscheinungen am Kniegelenk, die zu einer fortschreitenden Zerstörung des Knorpels und anderen Gelenkstrukturen führen könnten:

  • knorpel
  • kapsel
  • knochen
  • muskulatur 

Es handelt sich um eine normale Begleiterscheinung des Alters.

Die Knorpel (aus hyaline Knorpel) ist ungefähr 2 – 8 Millimeter dick. Jede menschenlichen Knorpel unterliegt einem natürlichen Alterungsprozess, die abhängig ist von der  Knorpelqualität die eine Personen geboren ist.

Wenn die Gelenkspaltreduzierung und des Knochenanbaus auf Röntgenbildern deutlich zu sehen sind, dann sprechen wir von einer Arthrose.

Neben dem normalen Verschleiß des Knorpels, der sich über viele Jahre hinweg zieht und in der Regel erst im Alter zum Vorschein kommt, spielen auch für die Entstehung von Knorpelschäden andere Faktoren. Besonders durch Sportverletzungen mit oder ohne einer Schädigungen der Kreuzbänder und der Menisken kann es zu einer direkten Verletzungen der  Knorpel kommen.

 

Ursache:

  • Oft ausgelöst durch ein Missverhältnis von Gelenkbelastung und die Belastbarkeit des Gelenkes
  • Genetisch angeborenen geringer belastbaren
  • Fehlerhafte Belastungen bei X- und O-Beine (angeboren oder nicht)
  • Übergewichtige
  • Schlecht verheilte Knochenbrüche
  • Durch Knieverletzungen: Risse, Brüche
  • Stoffwechselstörungen: Diabetes, Gicht, Rheuma
  • Chronische Instabilität nach Verlust des vorderen Kreuzbandes
  • Biochemische Ursachen

Symptome:

  • Anlaufschmerz
  • Belastungschmerz
  • Einschränkungen in der Bewegung
  • Steifigkeit des Gelenkes
  • Fehlhaltung
  • Wetterfühligkeit
  • Muskelverkürzungen
  • Schwellungen
  • Spannungsgefühl im Knie
  • Schmerzen
  • Ergussbildung mit Wasser 

 

Therapie Möglichkeiten der Kniegelenkarthrose: 

Es gibt unterschiedliche Behandlungsmethoden, abhängig von der Ursachen, vom Alter und Schweregrad der Arthrose. 

  • Medikamentöse Behandlungen bei Entzündungen, Blutergüsse, etc.
  • Orthopädische Massnahmen
  • Operation
  • Physikalische Therapie und Prophylaxe: 
  • Mobilisierung
  • Krafttraining/Bewegungstherapie/Fitness Personalizado
  • Dehnübungen
  • Schockwave therapie
  • Koordinationsübungen
  • Ultraschall
  • Thermotherapie
  • Manuelle Therapie
  • Elektrotherapie
  • Massage
  • Wandern auf Waldböden
  • Radfahren/Spinning
  • Schwimmen/Aqua-Jogging
  • Easy Tape/Kinesio-Tapping

  

Präventive Massnahmen der Knie-Arthrose: 

  • Bewegung: regelmässige aber mässige Bewegung ohne Überbelastung wie z.B. Radfahren in der Ebene, Heimtrainer, Wasser-Übungen/Aqua-Jogging, leichtes Fitnesstraining/Gymnastik, Krankengymnastik (Bewegung, Entspannung, Kräftigung und Koordinationsschulung, Methoden auf neurophysiologischer Basis). 
  • Gewichtsreduzierung: das Gewicht normalisieren durch Ernährungsumstellung statt Diäten, Radikalkuren oder Nulldiäten. Dies ist am schwierigsten zu realisieren und bedarf vielleicht einem mentalen Training oder einer Unterstützung. 
  • Gesunde Lebensweise: persönliche Balance finden zwischen der alltäglichen und sportlichen Bewegung und evtl. Schonverhalten, kombiniert mit gesunder Ernährung, sind die beste präventive Massnahmen.

  

Vorderer Knieschmerz

Viele Kniegelenkserkrankungen beschränken sich auf das Gelenk zwischen Kniescheibe und Oberschenkelrolle (Femoropatellargelenk). Die Ursachen sind vielschichtig: Knochen, Knorpel, Weichteile wie Muskeln, Sehnen, oder Nerven sein.

Wenn im Kniegelenk selbst keine Störungen vorliegen, hilft meist Dehnen-Übungen (Stretching) der verkürzten Muskelgruppen um Schmerzfreiheit zu erreichen.

Es gibt auch organische Störungen des Kniescheibengelenkes wie zum Beispiel:

  1. Schieflauf der Kniescheibe (Subluxation) bis hin zur Kniescheibenverrenkung (Luxation) durch:
    • Einen Unfall
    • Eine verstärkte X-Beinbildung,
    • Ein Hochstand der Kniescheibe
    • Eine zu flache Oberschenteilkelrolle
    • Eine verminderte Führung der Kniescheibe
    • Ein schwacher Seitenbandapparat des Kniescheibenlagers. 
    •  
  2. Vermehrter Anpressdruck der Kniescheibe (Hyperkompressionssyndrom) durch:
  • Ein Kniescheibentiefstand
  • Form- oder Fehlanlage der Kniescheibe
  • Muskelverkürzungen
  • Knorpelschaden

 

  1. Angeborene Fehlbildungen der Kniescheibe, oder der Beinachse (XBein) führen zu einer Fehlbelastung der Knorpelfächen und damit zu einer Knorpelerweichung. Bei diesen Patienten ist üblicherweise der Hocktest meist positiv: Beim Hinhocken des Patienten kann der Arzt ein mehr oder weniger deutliches Knirschen (Kein Knacken) hinter der Kniescheibe.